Bachpatenschaft Eselsbach

Renaturierung des Eselsbaches in Asperg

NABU Asperg- Möglingen, Asperg Lokale Agenda 21, Natur- und Umweltschutz am 11. Februar 2006
NABU Asperg- Möglingen, Asperg Lokale Agenda 21, Natur- und Umweltschutz am 11. Februar 2006

Wir wurden vom Landratsamt gefragt, warum gerade den Eselsbach? Nun, die Antwort ist einfach: es gibt in Asperg nur wenig Möglichkeiten, nämlich neben dem Eselsbach nur noch den Riedbach und die Altach. Wir haben den Eselsbach gewählt, weil er am stärksten belastet ist.

 

Ohne Wasser kein Leben!
Unser Wasser stammt aus den atmosphärischen Niederschlägen. Mehr als die Hälfte verdunstet sofort, ein Viertel fließt als Oberflächenwasser ab und das restliche Viertel versickert im Boden. Ein Teil des Wassers tritt nach einer Verweilzeit - abhängig vom Untergrund - gereinigt als Quelle an die Oberfläche. Früher wurden die Quellen als Trinkwasser genutzt. Wir erhalten heute im Mittleren Neckarraum unser Trinkwasser aus dem Bodensee, von der Alb und aus dem Donauried.
Wir haben auf der Erde sehr viel Wasser. 97,3 % sind salziges Meerwasser und
nur 2,7% Frischwasser. Davon sind 2% im Gletschereis und 0,6% im Grundwasser gebunden und nur 0,1% ist in Seen und Flüssen enthalten.

 

Der Mensch hat aus der Naturlandschaft eine Kulturlandschaft gemacht. Der „feindlichen“ Natur wurde Kulturland abgerungen, dies führte zur Erhöhung der Lebensqualität. Erst in der Industriegesellschaft hat sich das Gleichgewicht zu Ungunsten der Natur verschoben. Der weiterhin ungebremste Landverbrauch (Versiegelung ) läßt die Naturgebiete weiter schrumpfen. Die Arbeiten am Eselsbach sollen, ganz im Sinne der Agenda 21 „Lokales Handeln – weltweite Wirkung“, dazu ihren Beitrag leisten.

 

Projekt Eselsbach
Der 2,5 km lange Eselsbach entspringt in Asperg im Unteren Keuper( Lettenkeuper) und mündet in Möglingen in den Leudelsbach. Die Schüttung der Quelle ist gering ( < 0,5l/s ), außerdem ist die Abflussmenge unregelmäßig über das Jahr verteilt. In den oberen Teil des Eselsbaches fließt auch noch Wasser aus verschiedenen Drainagerohren. Unter dem Landverbrauch hat der Bach zu leiden. Durch sein Quelleinzugsgebiet führt die Autobahn. Der Oberlauf des kleinen Fließgewässers wurde verlegt und in ein enges tiefes Bachbett gezwungen, dies führt zu Verstopfung und Faulschlammbildung. Abfälle, Überdüngung der angrenzenden Felder und viel Laub haben dem Bach zugesetzt.

 

Historie
Schon 1985 wurde vom damaligen Vorsitzenden des Vogelschutzvereins, Andreas Schmidt, eine Bachpatenschaft beantragt. Die Lokale Agenda 21, Natur- und Umweltschutz, hat das Thema Renaturierung wieder aufgegriffen und zusammen mit dem Nabu und der Stadt Asperg voran getrieben. 2006 hat der NABU Asperg-Möglingen die Bachpatenschaft übernommen.

 

Bisherige Maßnahmen
Zur Schaffung eines mannigfaltigen und naturnahen Lebensraumes wurden folgende Arbeiten durchgeführt:

Erstellung eines Retentionsbecken (Filterwirkung)
• Uferabschrägungen, Bachausweitungen und Vertiefungen
• Der starke Bewuchs am Bachufer wurde ausgelichtet und Schilfgras gemäht.
• Brombeerhecken mussten beseitigt werden.
• Ein Teil des Bachbetts wurde gesäubert.

 

Bisher wurden gepflanzt: Schwarzerle, Weißdorn, Zitterpappel, Hundsrose, Eberesche, Schilf, Seggen, Binsen.

 

Es ist unserer Ziel, einen naturnahen Eselsbach zu schaffen mit einer großen Anzahl Mikrolebensräumen für Fauna und Flora. Die Bachaue wirkt als natürlicher Speicher bei Starkregen. Durch die Aufweitungen und Abschrägungen werden Wasser und Land besser mit einander verzahnt. Der intensiv belebte Boden im Uferbereich wirkt als Filter für durchsickerndes Grundwasser, und die Ufervegetation wirkt durch Nährsalzentzug als Puffer zwischen gedüngtem Umland und Gewässer. Der Grünstreifen entlang des Baches dient als Erosionsschutz. Die wechselnde Bachsohlentiefe soll die Selbstreinigungskraft des Baches erhöhen.

 

An dem Projekt Eselsbach haben die Stadt Asperg, der NABU und die Lokale Agenda hervorragend zusammen gearbeitet.
 

Pflanzaktion am 29. April 2006:

 

 

 

 

 

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